Roman
An einem Abend im November stockt einem Nachrichtensprecher die Stimme: Hamburg erlebt einen verheerenden Erstschlag. Innerhalb weniger Stunden zerfällt die vertraute Welt. Menschen kämpfen ums Überleben — und um die Hoffnung auf ein Morgen.
Ein alter Mann sitzt im letzten Zug, der Leipzig in Richtung Norden verlässt. Er liebt Geschichte, aber nicht diese. Neben ihm Hamza, der solche Momente aus seiner Heimat kennt. In Harburg wartet eine WG und hofft, es sei noch alles wie gestern und der Strom werde auch morgen noch von der Sonne kommen. An der Elbchaussee beginnt eine Ehe zu bröckeln. Er will fliehen, sie bleiben. Auf St. Pauli pflegt eine junge Frau ihren blinden Liebhaber, bis der Mob an die Haustür klopft. In der Nordheide stapelt jemand Holz und sorgt vor. Nur die Windrichtung bleibt eine Gefahr. Und an der Alster schaut Wang Teng in den Himmel, wo sich etwas bewegt, das nicht dorthin gehört.
Woran hält man sich fest, wenn plötzlich nur noch das Weiterleben zählt?
Was bleibt wichtig, wenn alles verschwindet, was gestern noch selbstverständlich war? Und was geschieht mit Menschen, die nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll — oder ob es überhaupt noch ein Morgen gibt? Der Roman beschreibt, was Krieg mit Menschen macht. Ein Roman nicht über eine Katastrophe, sondern darüber, was daraus wird. Über Menschen, die nicht wissen, ob es noch einmal einen Anfang gibt.