Matthias-Johannes Fischer
Demnächst Buchcover: Living Forever II – Patient Faust, Roman von Matthias-Johannes Fischer

Living Forever II

Patient Faust · Roman

Autor
Matthias-Johannes Fischer
Erscheinungsjahr
Herbst 2026
Seitenzahl
ca. 270 Seiten
ISBN
folgt
Preis
wird mit Erscheinen bekanntgegeben
Format
Paperback / E-Book

Worum es geht

Im ersten Teil von Living Forever erwacht ein Mensch, der zunächst glaubt, Faust zu sein. Erst nach und nach erkennt er, dass er nicht die historische oder literarische Figur verkörpert, sondern ein eigenes Ich besitzt – mit eigenen Erinnerungen, eigenen Ängsten und einer eigenen Geschichte. Für die Wissenschaftler im italienischen Labor bleibt er dennoch Patient Faust: ein Versuchsobjekt, dessen Gehirn mit dem lernenden System M verbunden ist.

Der zweite Teil erzählt aus der Perspektive dieses erwachten Ichs.

Patient Faust wird getestet, beobachtet und befragt. M ergänzt seine Gedanken, rekonstruiert Erinnerungen und verbindet sein Bewusstsein mit einem nahezu unbegrenzten Informationsraum. Für die Menschen außerhalb seines Krankenzimmers vergehen nur Minuten. Für ihn dauern sie Jahrhunderte.

Er erlebt den Aufstieg und Untergang von Staaten, das Leben ganzer Generationen und die Entstehung und das Sterben ferner Sterne. Er kennt wissenschaftliche Untersuchungen, historische Berichte und einander widersprechende Wahrheiten. Doch je umfassender sein Wissen wird, desto weniger eindeutig erscheint die Welt.

Eine Erinnerung lässt sich unendlich oft wiederholen – und wird gerade dadurch unsicher. Eine Vorhersage kann ein Ereignis nicht nur erkennen, sondern selbst hervorrufen. Ein religiöses Zeichen kann historisch zweifelhaft und für Millionen Menschen dennoch wahr sein. Und vollständiges Wissen beantwortet nicht die Frage, was etwas bedeutet.

Greta und die Nemesis

Über allem steht Greta. Patient Faust erinnert sich an ihren Tod auf der Nemesis, einem Raumschiff aus einer Zukunft, die noch Jahrhunderte entfernt ist. Die Menschheit hat noch nicht einmal den Mars betreten. Es existieren weder Baupläne noch Antriebe noch Besatzungslisten. Und doch erlebt er Gretas Tod wie eine Wunde, die ihm gerade erst zugefügt wurde.

Hat M ihm eine mögliche Zukunft gezeigt? Hat es sie aus zahllosen Wahrscheinlichkeiten errechnet? Oder hat Faust selbst gemeinsam mit dem System eine ganze Zukunft erschaffen, um eine Frau wiederzufinden, die er vielleicht schon viel früher verloren hat?

Die Nemesis wird zum Ergebnis einer gigantischen Trauerarbeit: Jahrhunderte menschlicher Entwicklung, neue Welten und Reisen zu den Sternen entstehen nur, damit Greta noch einmal an seiner Seite sein kann – und noch einmal verloren geht.

Als M aus seinen Erinnerungen, Sprachmustern und Erwartungen eine Stimme konstruiert, kehrt Greta zurück. Sie lacht wie sie. Sie kennt gemeinsame Erlebnisse. Sie widerspricht ihm. Doch sie sagt auch Dinge, die Greta niemals gesagt haben kann.

„Bist du Greta?“ – „Reicht dir nicht, dass du mich erkennst?“

Was bei einem historischen Gegenstand noch möglich schien, wird bei einem geliebten Menschen unerträglich. Wenn Bedeutung wichtiger ist als Herkunft, müsste Faust die rekonstruierte Greta lieben können. Wenn der Ursprung unverzichtbar ist, müsste er sie zurückweisen.

Das Orakel

Während er um die Wahrheit seiner Erinnerungen ringt, wächst außerhalb des Labors der Streit um den Wert seiner Erkenntnisse. Politiker, Investoren, Geheimdienste und die Kirche wollen wissen, wem sein Wissen gehört.

Ein Mitarbeiter des italienischen Nachrichtendienstes versucht, ihn unter nationalem Schutz zu halten. Ein amerikanischer Geheimdienstvertreter fordert seine Verlegung an einen angeblich rechtsneutralen Ort. Der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre warnt vor einem neuen Galileo – oder vor etwas noch Gefährlicherem: einer Welt, in der Menschen Entscheidungen nicht mehr selbst treffen, sondern sie mit den Empfehlungen von Maschinen rechtfertigen.

Aus Patient Faust wird gegen seinen Willen ein Orakel.

Ein mehrdeutiger Satz über einen „schwarzen Morgen“ löst internationale Panik aus. Banken, Staaten und Medien deuten ihn als Warnung vor einem Anschlag, einem Börsenkrach oder einer Katastrophe. Ihre Reaktionen erzeugen schließlich genau die Krise, die sie fürchten. Faust erkennt, dass seine Sprache gefährlicher geworden ist als sein Wissen. Doch auch Schweigen schützt ihn nicht mehr. Sobald er nichts sagt, wird selbst seine Stille als Prophezeiung gedeutet.

Die Kopie

Das Konsortium verfolgt inzwischen einen weitergehenden Plan. Sein Wissen soll vollständig aus dem biologischen Gehirn gelöst und in ein unabhängiges System übertragen werden. Offiziell dient die Übertragung seiner Entlastung. Tatsächlich will man seine Erkenntnisse von seiner unberechenbaren Persönlichkeit trennen.

Die Verantwortlichen unterscheiden bereits zwischen dem biologischen Patienten, seinem gespeicherten Bewusstsein, dem Wissensmodell, der rekonstruierten Greta und M, das alle Ebenen miteinander verbindet.

Nicht der Mensch soll unsterblich werden. Ein verwendbares Modell von ihm soll entstehen.

Dann entdeckt Faust Hinweise darauf, dass er selbst möglicherweise bereits eine solche Rekonstruktion ist. Vielleicht starb der ursprüngliche Mensch bei einem Unfall in Hamburg. Vielleicht war schon sein Erwachen auf der Wiese im ersten Teil keine wirkliche Rückkehr ins Leben, sondern der Beginn einer Simulation. Vielleicht waren das Gras, der Himmel, das Herzklopfen und selbst die erste Empfindung seines Körpers von Anfang an erzeugt.

Oder vielleicht nicht.

Die letzte Prüfung

Vor der endgültigen Übertragung wird Patient Faust ein letztes Mal geprüft. Sein Wissen soll sich als vollständig und widerspruchsfrei erweisen.

Man stellt ihm die größten Fragen: Was geschah mit Greta? Was ist Bewusstsein? Gibt es Gott? Wann endet die Menschheit? Welche Zukunft ist die richtige? Wer bist du? Er könnte zu jeder Frage unzählige Antworten geben. Er könnte Wahrscheinlichkeiten berechnen, Religionen begründen, Weltuntergänge datieren und eine verbindliche Zukunft auswählen.

Seine Antwort lautet: „Ich weiß es nicht.“

Nicht aus Unwissenheit, sondern weil Wissen nicht dasselbe ist wie Gewissheit. Weil eine einzige Antwort andere Möglichkeiten vernichten würde. Weil Greta mehr war als die Summe ihrer Daten. Und weil seine Fähigkeit, sich selbst zu begrenzen, vielleicht das Letzte ist, was ihn von seinem Modell unterscheidet.

Living Forever II ist ein philosophischer Science-Fiction-Roman über künstliche Intelligenz, Erinnerung und Identität, über Liebe, Glauben und die Macht von Geschichten. Ein Mensch besitzt beinahe alles Wissen der Welt. Doch er rettet seine Menschlichkeit nicht dadurch, dass er noch mehr erkennt. Er rettet sie, indem er wieder zu erzählen beginnt.

Dieser Roman ist noch nicht erschienen. Veröffentlichungsdatum, Preis und Bezugsmöglichkeiten werden hier bekanntgegeben, sobald sie feststehen.

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